Angebote des St. Clemens-Werk e.V. – Kirchenbesichtigung mit Führung in Wuppertal

 

Spaziergang durch Wuppertal

 

Die Stadt Wuppertal ist im Grunde eine junge Stadt, da sie aus zwei industriell gut entwickelten selbständigen Städten zusammengelegt wurde: Barmen und Elberfeld. Die Stadt im Tal der Wupper ist einzigartig, nicht nur in Deutschland. Sie hat eine Schwebebahn und das ist nicht das einzige Wahrzeichen der Stadt.

Wuppertal hat heute ca. 80 verschiedene Glaubensgemeinschaften: 30 evangelische, 27 katholische, drei orthodoxe und 21 freikirchliche Gemeinden. Insgesamt sind es  von A wie African Christian International bis Z wie Zeugen Jehova mit Hunderten von Gemeinden.  Wuppertal bietet eine religiöse Vielfalt, wie sie in dieser Dichte wohl ihresgleichen sucht.

Christlich wurden die Wuppertaler (diejenigen, die auf diesem Boden wohnten) wohl Ende des ersten Jahrtausends. Die erste Kirche entstand um 1000 in Elberfeld am Ort der heutigen Alten reformierten Kirche.

In der Reformationszeit um 1600 spielte das Herzogtum Berg eine besondere Rolle. Während überall in Deutschland sich katholische, lutherische und reformierte Gläubige bitter bekämpften waren die Herzöge von Berg für ihre religiöse Toleranz bekannt. So konnten sich reformierte und lutherische Gemeinden gleichzeitig bilden und selbst traditionelle katholische Gemeinden blieben bestehen.

Diese Mischung der Konfessionen ist bis heute in Deutschland einmalig geblieben, auch wenn sie sich zunehmend verwischt.

Im 19. Jahrhundert war Wuppertal eine dynamische Industrieregion. Einige Jahrzehnte früher als im Ruhrgebiet begann hier die Umwälzung von der Agrarregion zur Industriestadt. Die Textilindustrie zog die Arbeiter-Massen an. Die Bevölkerung explodierte in Barmen und Elberfeld wie in kaum einer anderen deutschen Region. Zu dieser Zeit konnten verschiedene Frömmigkeitsbewegungen im Tal besonders schnell Fuß fassen. So haben die frei-evangelischen Gemeinden, die Brüdergemeinde, die Selbständig-lutherische Kirche und die Niederländisch-reformierte Kirche ihre Gründungsimpulse aus Wuppertal bekommen. Die Zeugen Jehovas und die Adventisten hatten an der Wupper ihre ersten Gemeinden in ganz Deutschland.

All diese Informationen und noch mehr haben die Teilnehmer/-innen bei einer Führung durch das Zentrum der Stadt und durch die Basilika St. Laurentius erfahren. Straßen, durch die jeder geht und schlendert, können so viel Interessantes erzählen. Die Kath. Kirche St. Laurentius befindet sich im Zentrum der Stadt. Sehr beeindruckend ist der hohe aus Holz geschnitzte Altar. Er wurde im 18. Jahrhundert erschaffen und kam aus der Franziskaner Klosterkirche aus dem Süden Deutschlands. Nach dem Krieg musste die St. Laurentius Kirche neu aufgebaut werden und da hat man 1962 den Altar erworben.

Der Heilige Laurentius ist auch Patron der Stadt Wuppertal.

Der Wuppertaler  Künstler Marko Leckzut hat die Lebensgeschichte des Hl. Laurentius mit Szenen auf der Rückseite der Laurentiuskirche in Graffiti gestaltet. Dies ist sehr  eindrucksvoll, fast jeder Passant bleibt mit dem Blick an der Darstellung hängen.

Jedes Jahr geht von der St. Laurentius Kirche zu Fronleichnam eine Prozession durch die Stadt. Nach der Fronleichnamsprozession findet ein Begegnungsfest statt.

Nach der Führung gab es noch viele Fragen und eine lebhafte Diskussion.

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