Persönlicher Eindruck des Clemensfestes in Berlin

Ein neuer Anfang im Lande der Vorfahren. November 2019

Das ist schon mein zweiter Herbst in Deutschland, im Lande meiner Vorfahren, und ich muss sagen, der erste Herbst hat mich mit meiner Ungewissheit sehr erschrocken. Aber dieser Herbst war verzaubert still, man konnte nur den leichten warmen Hauch des Windes hören. Das Rascheln der Blätter unter den Füßen, die bunten Farben der Häuser haben mich in ein Märchen aus meiner Kindheit versetzt. In der Seele wurde es bei mir immer wärmer. So bereitete ich mich zur Wallfahrt in diesem Land, und zu meiner ersten Beichte seit der Einwanderung vor. Vor einem Jahr haben wir angefangen, die Geschichte unserer Familie neu zu schreiben. In Russland, Novosibirsk, lebten wir mit unserer Kirche, mit unseren Priestern und Nonnen als eine Familie. Deswegen haben wir zu Beginn in Deutschland eine katholische Kirche gesucht. Wer sucht der findet! So sind wir in der Pfarrei Heilig Kreuz wie in einer Familie aufgenommen worden. Das ist aber eine andere Geschichte. Ich möchte heute allerdings von dem Clemensfest in Berlin erzählen, wofür wir dem St. Clemens-Werk sehr dankbar sind. Unsere kleine Gruppe aus der „Heilig Kreuz“ Kirche ging nach St. Clemens zur „Ewigen Anbetung“. Adoratio ( ewige Anbetung) – ein großes Geschenk Gottes auf der Erde. Gott sei Dank, dass wir so eine Möglichkeit der Begegnung mit Gott haben. Die erste schöne Überraschung war, die Begegnung mit einem sehr lange bekannten Menschen an der Orgel, die zweite das Rosenkranzgebet in zwei Sprachen. In Russisch wurde der Rosenkranz vom St. Clemens-Werk Vorsitzenden Josef Messmer gesprochen, und in Deutsch vom Msgr. Dr. Alexander Hoffmann. Wir beteten für alle Pfarrmitglieder, für die Gläubigen in Russland, für Familien, Kinder, für die ganze Welt. Die Zeit war schnell vorbei. Nach der Abendbegegnung waren wir im St. Vinzenz Haus untergebracht. Ein ehemaliges Frauenkloster. Es war für uns eine besonderes Gefühl in den ehemaligen Kloster Zellen zu schlafen. Heute ist es das Exerzitien Haus der Diözese Berlin. Am nächsten Tag fuhren wir zum Friedhof in Berlin Marzan. Am Gedenkstein der Opfer der Stalinistischen Verfolgungen haben wir eine Andacht mit Msgr. Dr. Alexander Hoffmann gehalten. Der Gedanke, wie viele unserer Vorfahren gelitten haben, all das Leid, Schmerz und Tränen kamen in mir hoch. Menschen welche still gelitten haben, in ihrer Bescheidenheit gelebt haben, grausam starben, sie alle haben eine sichtbare Spur in dieser Welt hinterlassen. Nur eine Antwort kam dafür rein, – starker Glaube, Hoffnung, Liebe. Ich bin guter Hoffnung, dass diese Menschen von oben auf uns herunterschauen und sich der Früchte ihres Glaubens erfreuen. Sie bereiteten uns den Weg zu Gott vor! Wie wichtig für mich an diesem Tagen meine erste Beichte in Deutschland was, vor allem weil sie in zwei Sprachen möglich war. Dank Msgr. Dr. Alexander Hoffmann war es möglich. Unsere Wallfahrt hat mit einer Schiffsfahrt auf der Spree sein Ende genommen. Es war schön und etwas traurig zugleich. Wir mussten Abschied nehmen. An dieser Stelle danke ich allen, welche das ermöglicht haben. Besonders Frau Katharina Quindt, welche für uns in allen Belangen da ist. Ich danke für die Bemühungen von Miriam und Josef Messmer. Auch besonderen Dank an Lina, unsere ehemalige und jetzige Organistin. Ich möchte mit den Worten aus dem Credo abschließen: „ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen…“ – das ist vielleicht das, wenn Menschen in Freundschaft auf Erden sich begegnen, und mit denen die im Himmel sind, sich verbundener fühlen. Friede wünsche ich uns allen! – Text von Ekkel Tanja

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